The Colour beneath my soul ~ BLUE

 

 

Eine Frau, die bereits einmal im Leben alles wegen der Liebe verloren hat, trifft auf einen Mann, der bereit ist, alles für sie aufzugeben ...

 

Kacey hat bereits einmal den Fehler gemacht, sich auf den falschen Mann einzulassen. Sie hat ihm vertraut und nicht hinterfragt. Seitdem hat sie den Männern abgeschworen und geht jedem Flirt gekonnt aus dem Weg. Hierbei hat sie die Rechnung aber ohne Logan Wells gemacht, der von der taffen Restaurantbesitzerin beeindruckt ist und die Chance auf ein Date nicht kampflos aufgibt. Insbesondere nicht, weil Kacey keinen blassen Schimmer hat, wer sie um eine Verabredung bittet.
Als sie beginnt, ihm trotz ihrer Vorsätze zu verfallen, rückt der Moment immer näher, in dem Logan ihr die Wahrheit sagen muss ...

 
 
 
 

LESEPROBE

Ich brauche keinen Mann. Es ist genauso simpel, wie es sich anhört. Ich, Kacey Croft, komme wunderbar ohne das männliche Geschlecht in meinem Leben zurecht. Leider teilt nicht jeder Mensch in meinem Bekanntenkreis die Ansicht. Schon gar nicht die Frau, die sich meine beste Freundin schimpft.
»Was ist mit dem da hinten?«, fragt Vanessa und deutet mit den Augen nach rechts. Ich mache mir nicht einmal die Mühe, mit dem Blick ihrer Geste zu folgen. Stattdessen bitte ich sie, ihr Glas zu heben, damit ich den Wasserfleck unter ihrem Glas beseitigen kann, ehe das Holz Schaden nimmt. Mit einem Augenverdreher hebt sie ihren Cocktail und nimmt sogleich einen kräftigen Schluck von dem Getränk. Ich hingegen greife unter die Theke und hole einen Lappen hervor, beuge mich ein Stück nach vorne und wische gleich die halbe Theke mit ab. Dann lege ich ihr eine Serviette vor die Nase, auf die sie das Glas stellen kann.
»Du weißt, wie ich auf Wasserflecken reagiere«, verteidige ich mich, als ich ihren tadelnden Blick auf mir spüre.
»Du brauchst Sex. Wenn du dich ordentlich rannehmen lassen würdest, wärst du viel entspannter, was Wasserflecken auf deiner Theke angeht. Also brauchst du einen Mann.«
»Vanessa«, seufze ich genervt, »lass es einfach bleiben. Du kennst die Gründe besser als ich, warum ich keinen Mann will. Ich habe ein Restaurant zu führen, eine Schwester an der Uni und nebenbei noch einen Goldfisch namens Timmy zuhause, der auch seine Portion Aufmerksamkeit wünscht. Wo soll ich bitte noch Zeit für einen Mann hernehmen?«
»Männer sind flexibel. Sie können an allen möglichen Orten Sex haben. Dann gibt es etwas, das sich Quickie nennt. Du musst deine Zeit also nicht einmal mit dem An- und Ausziehen deiner Klamotten verschwenden. Ziehe einfach einen Rock an, trage keine Unterwäsche drunter und die Nummer läuft.« Sie schnippt mit Daumen und Zeigefinger.
Ja, so einfach läuft die Nummer in Vanessas Universum. Ich habe nicht einmal dafür Zeit, mich für mein Bett auszuziehen und kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal in meiner Wohnung geschlafen, geschweige denn mein Bett unter mir gehabt habe. In der Regel sprinte ich vor Ladeneröffnung nach Hause, um schnell zu duschen, mit Laurie, meiner jüngeren Schwester, ein kurzes Gespräch führen, Timmy zu füttern und die Post mit zurück in den Laden zu nehmen. Das schaffe ich aber auch nur, weil Guy die Frühschicht übernimmt und den Laden für mich von 6 bis 14 Uhr schmeißt, ehe ich für den Rest des Tages übernehme. Bis weit nach Mitternacht renne ich von A nach B und wieder zurück, um das Geschäft am Laufen zu halten. Sobald der letzte Gast verschwunden ist und die Mitarbeiter im Feierabend sind, beginnt meine eigentliche Arbeit als Geschäftsführerin – die Buchhaltung.
»Wann hast du das letzte Mal Sex gehabt?«
Ich werfe Vanessa einen genervten Blick zu, den sie gekonnt ignoriert. Sie arbeitet für irgendeine Modelagentur hier in London. Dies bedeutet, dass ich jemanden vor mir sitzen habe, der genauso gut zurück in einen Modekatalog hüpfen könnte. Sie hat die Looks, die ihr jede Frau vom Körper reißen würde, wenn es denn möglich wäre. Sie wird von ihrem Arbeitgeber mit Designerkleidung überhäuft, trägt Handtaschen für Geld durch die Gegend und hat das Wort »Geldsorgen« aus ihrem Vokabular gestrichen. Warum sonst sollte sie mittags an meiner Theke sitzen, Cocktails schlürfen und keine anderen Probleme haben, als mein Sexleben?
Manchmal habe ich das Gefühl, Vanessa lebt auf einem anderen Planeten. Wir haben uns an der Uni kennengelernt. Obwohl wir verschiedene Fächer studierten, liefen wir uns ständig über den Weg. Vanessa studierte Modedesign, ich Innenarchitektur. Jedoch hat mich der Beruf nach dem Ende meines Studiums nie gereizt und ich beschloss, stattdessen mein eigenes Restaurant zu eröffnen. Mittlerweile ist es eher ein Café-Restaurant, da ich ohne die berufstätigen Menschen Londons, die jeden Morgen ihr Frühstück und ihren Kaffee bei mir kaufen, anfangs nicht über die Runden gekommen wäre. Als es dann gut lief, habe ich es nicht ändern wollen, da ich viele Stammgäste dadurch gewonnen habe.
Morgens Café, abends Restaurant, mittags Cocktailbar für beste Freundinnen, die nicht merken, wann man über ein Thema nicht mehr reden möchte.
»Ich kann dir nicht einmal sagen, wann ich das letzte Mal acht Stunden am Stück geschlafen habe. Wie soll ich mich da an den letzten Sex in meinem Leben erinnern?« Ich spreche mit gesenkter Stimme, da mein nicht-existentes Sexleben meine Gäste nichts angeht. Vanessa scheint das offensichtlich anders zu sehen, oder sie hat schon zu viel getrunken, als dass ihr auffällt, wie laut sie spricht.
»Im Ernst jetzt? Du weißt nicht, wann das letzte Mal ein Schwanz in dir gesteckt hat? Weißt du überhaupt noch, wie Schwänze aussehen?«
»Vanessa, bitte sprich leiser«, ermahne ich sie, während ich Gläser poliere.
»Du tust mir leid«, erwidert sie schließlich und mustert mich mit diesem mitleidigen Blick, der für verwaiste Hundewelpen reserviert sein sollte.
»Mir geht’s gut. Ich habe einen Job, ein Leben, das mich jeden Tag aufs Neue fordert und eine beste Freundin, die meinen Tag zum Strahlen bringt.«
»Das hast du so süß gesagt.« Vanessa zieht ihren Mund zu einer Schnute und drückt sich ihre perfekt manikürten Hände auf das Herz.
»Ja. Zeit für dich, nach Hause zu gehen«, sage ich mit einem strengen Unterton, damit sie nicht einmal auf die Idee kommt, mir Widerworte zu geben. Sie ist schon immer die Partymaus gewesen, wohingegen ich die Vernünftige bin.
»Quatsch«, winkt sie ab. »Wir haben gerade so viel Spaß.«
»Ich korrigiere dich nur ungern, aber du hast Spaß. Ich muss arbeiten.«
»Kannst du im Service helfen?«, fragt mich eine meiner Aushilfen, als sie mit einem vollen Tablett an mir vorbeihuscht.
»Siehst du – ich muss arbeiten«, sage ich belehrend zu Vanessa, die sich im Restaurant umblickt, als würde sie mich gar nicht wahrnehmen. Mit dem Haargummi an meinem rechten Handgelenk binde ich meine dunklen Haare zu einem unordentlichen Zopf.
»Tisch 24«, säuselt Vanessa plötzlich, worauf ich den Blick vom Bildschirm des Kassensystems hebe. Ich wollte gerade nachschauen, welche Tische noch nicht bedient worden sind. Vanessa deutet mit dem Kopf in die Richtung von Tisch 24 und ich folge ihrer Geste. Ich kann beobachten, wie ein gut aussehender Geschäftsmann nicht viel älter als ich, dort Platz nimmt. Ich werfe Vanessa einen grimmigen Gesichtsausdruck zu, da sie das Männerthema einfach nicht sein lassen will. Sie erwidert ein erfreutes Lächeln, da sie ihren Plan aufgehen sieht. Was auch immer das sein mag ...

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