Adam&Lou

 

 

 

 

Romantisch, frech und jede Menge Missverständnisse zwischen Mann und Frau

 

Lou mag ihr verrücktes Leben. Ihre geliebten Vierbeiner halten sie auf Trab und jeder Tag hält für sie neue Überraschungen bereit. Als jedoch ein Hund namens Sammy ihre Hilfe braucht, gerät ihr Leben völlig durcheinander. Nicht zuletzt dank Sammys Herrchen, der Lou mehr aus der Ruhe bringt, als es je ein Hund hätte schaffen können. Lou wäre aber nicht sie selbst, wenn sie die Herausforderung nicht volle Fahrt voraus annehmen würde. Die Rechnung hat sie aber ohne ihr Herz gemacht, das immer einen Hüpfer macht, wenn sie Sammys Herrchen sieht.

 
 
 

LESEPROBE

»Hi«, ertönt sofort die Stimme eines Mannes. Eine nette Stimme muss ich gestehen. Sollte ich mal Telefonsex haben, würde ich mir genau so eine Stimme am anderen Ende wünschen. »Spreche ich mit Frau Schniepel?«
Ja ... Nur meinen Nachnamen sollte die sexy Stimme nicht von sich geben. Das würde die ganze Stimmung ruinieren.
»Am Telefon«, erwidere ich so nüchtern wie möglich, da mir mein Nachname wirklich peinlich ist.
»Ich bräuchte Ihre Dienste«, informiert mich der Anrufer.
»Für wann?«
Er räuspert sich kurz. »Jetzt.«
»Jetzt?«, frage ich perplex nach.
»Ja, jetzt. Am besten sofort. Kann ich Ihnen einfach meine Adresse durchgeben und Sie kommen her?«
Hat der sich verwählt? »Sie wissen, dass ich einen Terminkalender voll mit Kunden heute habe?«
Stille am anderen Ende der Leitung. »Es ist ein Notfall«, erklärt er.
»Da werde ich Sie an einen meiner Kollegen weiterleiten müssen. Ich bin heute schon wirklich spät dran und kann mich um Notfälle gerade nicht kümmern ...«
»Hören Sie ...«, appelliert er nun mit einer äußerst charmanten Tonlage, »es geht um Leben und Tod. Und das meine ich genau so, wie ich es sage. Ich habe hier den schlimmsten Notfall, den Sie wahrscheinlich in Ihrer Karriere gesehen haben, und brauche wirklich dringend jemanden, der sich meines Problems annimmt.«
»Was ist denn das Problem?«, frage ich, doch ein bisschen neugierig geworden, nach.
»Ich habe hier einen Hund, der mir das ganze Haus vollgepisst hat und gerade dabei ist, meinen Garten auseinanderzunehmen. Ich habe wirklich Angst davor, ihn hier alleine zu lassen. Ich muss aber dringend wohin und bräuchte daher jemanden, der sich um den Hund kümmert.«
»Handelt es sich bei Ihrem Notfall um einen Welpen?«, frage ich nach, da das Verhalten auf einen so jungen Hund passt. Wahrscheinlich habe ich einen dieser Vorstadtdeppen an der Strippe, der seiner Frau ein flauschiges Fellknäuel zum Valentinstag geschenkt hat, und nun erwachen beide aus dem Tagtraum, dass sich ein Hund nicht selbst erzieht.
»Nein, kein Welpe. Er ist fünf Jahre alt.«
Jetzt werde ich doch stutzig. »Moment ... Sie haben den Hund seit fünf Jahren und nun flippt der total bei Ihnen aus?«
Mein Gesprächspartner stöhnt auf. »Es ist kompliziert.«
»Dann erklären Sie mir mal kompliziert
»Es ist nicht mein Hund und ich habe wirklich keine Zeit dafür, Ihnen meine Lebensgeschichte zu erklären.«
»Wenn es nicht Ihr Hund ist, dann geben Sie den Hund dem rechtmäßigen Besitzer zurück.«
»Der geht nicht an sein Handy dran.«
Ich atme tief durch. Erna sitzt mittlerweile vor mir und schaut zu mir hoch. Offensichtlich kann sie spüren, dass Frauchen gerade ein bisschen Unterstützung braucht. »Okay, noch einmal von vorne ... Sie haben einen Hund bei sich, der alles anpinkelt und kurz und klein haut? Der aber nicht Ihrer ist? Aber Sie kennen den Hund?«
»Er hat mal hier gewohnt.«
»Ach ...«, lasse ich verlauten und streichle Erna über den Kopf. »Was ist das für ein Hund?«
»Er ist schwarz, braun und weiß.«
»Ich meine, welche Rasse?«
Wieder ist es still in der Leitung.
»Hallo?«, frage ich nach. Vielleicht hat der Kerl ja aufgelegt ...
»Ich habe keine Ahnung. Es ist eben ein Hund, der mir gerade einen Krater in den teuren Rollrasen buddelt! Würden Sie bitte einfach herkommen und ihn abholen? Ich zahle Ihnen jeden verdammten Betrag!«
Okay, das ist wahre Verzweiflung. »Kommt der Hund mit anderen Artgenossen zurecht?«
»Soweit ich weiß, ja. Aber momentan traue ich dem Vieh alles zu.«
»Geben Sie mir Ihre Adresse. Ich komme vorbei«, sage ich schließlich, als ich mich vergewissert habe, dass ich alles irgendwie schaffen kann. Immerhin kann der Hund nichts für sein bescheuertes Herrchen. Und einen Hund in Not habe ich noch nie hängen gelassen.
»Danke. Vielen, vielen Dank!«, sagt er und diktiert mir seine Adresse.
Kölner Vorstadt ... Wusste ich es doch!, denke ich, als ich alles notiere. »Danken Sie mir nicht zu früh. Ich muss mir den Hund erst anschauen. Wenn ich ihn zu meinem nächsten Termin nicht mitnehmen kann, müssen Sie jemand anderen anrufen.«
»Ja, ja ...«, erwidert er. Und ich weiß, dass es diese Option in seinem Universum nicht gibt. Aber immerhin kann ich ihm einen satten Betrag in Rechnung stellen. Ein Lichtblick am Ende des Tunnels an diesem Morgen. Glücklicherweise wohnt er nicht weit weg, sodass ich genug Zeit haben sollte, meine Tagesplanung mit dem akuten Notfall in Einklang zu bringen.
»Wie ist Ihr Name?«, frage ich nach, als mir auffällt, dass er mir den noch nicht genannt hat. Meinen peinlichen Namen kennt er ja bereits.
»Hehr«, erwidert er.
»Herr was?«, frage ich nach.
»Hehr«, wiederholt er, leicht genervt. »H.E.H.R.«, buchstabiert er. Ich bin ein bisschen dankbar dafür, dass sein Nachname nicht minder bescheuert ist als meiner.
»Also dann, Herr Hehr«, sage ich, »bis gleich dann.«
»Ja, bis gleich«, verabschiedet er mich. Dann ist die Leitung tot.
Ich stecke mein Handy ein, leine Erna an und bin gespannt, ob mich gleich ein wildgewordener Chihuahua erwartet, oder eine ausgewachsene Dogge ...
Diesen Vorstadtdeppen ist alles zuzutrauen!

bookmark-200mmx50mm
bookmark-200mmx50mm
0

Your Cart